Franken

Franken, der Nabel der Welt ist es wo ich herkomme :-)

Geschichte
Einführung in die Geschichte der Region Franken

Franken war eines der fünf Stammesherzogtümer im Ostfrankenreich. Das heutige Franken umfasst nur den östlichen Teil des ostfränkischen Herzogtums Franken. Bis zum 10. Jahrhundert bestand Franken auch aus Rheinfranken (umfasste das heutige Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordbaden) sowie aus Teilen Thüringens südlich des Rennsteigs mit den heutigen Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen.

Herzogtum Franken
Das Herzogtum Franken war eines der Stammesherzogtümer des Karolingerreiches und ostfränkischen Reichs. Sein Gebiet umfasste das heutige Hessen, das nördliche Baden-Württemberg, Thüringen südlich des Rennsteigs, weite Teile von Rheinland-Pfalz und die fränkischen Gebiete in Bayern. Das Herzogtum Franken war dasjenige Stammesherzogtum, das in der Mitte des Reiches liegend, mit allen anderen Stammesherzogtümern eine gemeinsame Grenze hatte: Sachsen, Bayern, Schwaben und Lothringen (Ober- und Niederlothringen).
Nach dem Zusammenbruch des Karolingerreiches konnte das Herzogtum Franken nicht so wiedererrichtet werden, wie es zum Beispiel in Sachsen gelang. Versuche der ersten Salier scheiterten, und erst kurz vor dem Ende der karolingischen Dynastie, im Jahr 906, wird mit Konrad dem Jüngeren, Graf im Niederlahngau, ein Herzog von Franken genannt. Konrad wurde fünf Jahre später als Konrad I. erster deutscher König nach den Karolingern, aber als nach seinem Tod die deutsche Königskrone an die sächsischen Herzöge (Ottonen) überging, fiel die Familie und damit das Land wieder auf das Machtniveau eines Stammesherzogtums zurück. Die Aufstände, die Konrads Bruder Eberhard (Konradiner), sein Nachfolger im Herzogtum Franken, gegen den neuen König und späteren Kaiser anzettelte, endeten 939 mit dem Tod Eberhards und dem vorläufigen Ende des Herzogtitels in Franken nach nur 33 Jahren. Das Land wurde unmittelbar dem König unterstellt.
In der Folgezeit gab es zwar immer wieder Verleihungen dieses Herzogstitels, aber immer als fast inhaltslose Würde ohne konkrete Beschreibung. Kaiser Friedrich I. verlieh den Titel aufgrund gefälschter Urkunden 1168 an die Bischöfe von Würzburg (womit sich der Begriff weiter nach Osten verschob), doch Bemühungen innerhalb der Staufer deuten auf Bestrebungen zur Restaurierung des Herzogtums Franken für die eigene Familie hin, basierend vor allem auf dem Erbe der Salier. Als die Zeit der Stammesherzogtümer mit den Staufern zu Ende ging, kam dieses Vorhaben jedoch nicht mehr zur Reife.
Weder der Titel "Herzog von Franken" noch das Territorium als "Herzogtum Franken" sind - verglichen mit Sachsen und Schwaben - jemals zu Bedeutung gelangt.
Im Dreißigjährigen Krieg, 1633, erhielt Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar von den Schweden die Hochstifte Würzburg und Bamberg unter dem Titel eines Herzogs von Franken zu Lehen, was sich allerdings 1634 durch das wechselnde Kriegsglück wieder erledigt hatte.

Herzöge von Franken waren:
Konradiner

Salier

Staufer

Bistum Würzburg
Bischöfe von Würzburg, Herzog 1196-1802

Ostfränkische Region
Im Frühmittelalter bis ins 6. Jahrhundert lag die ostfränkische Region im Spannungsfeld zwischen Thüringern und Schwaben. Im 7. Jahrhundert wurde sie zunächst nur lose als östliche Mark dem Fränkischen Reich angegeliedert. Im Ostfrankenreich entstand ab Mitte des 9. Jahrhunderts das Stammesherzogtum Franken. Bis zur Wahl des Sachsenherzogs Heinrich war es dann zum Stammland und Machtzentrum der ostfränkischen bzw. deutschen Könige geworden. So fanden in der fränkischen Pfalz Forchheim die Königswahlen statt: 900 (Ludwig das Kind), 911 (Konrad I.), 919 (Gegenkönig Arnulf von Bayern) und letztmalig 1077 (Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden).

Franken war im späten Mittelalter und in der Neuzeit besonders stark von der Kleinstaaterei in Deutschland betroffen. Völlig unterschiedliche Herrschaftsformen drängten sich eng aneinander. So waren Nürnberg und Schweinfurt freie Reichsstädte, während die Gegenden um Würzburg und Bamberg als religiöse Fürstbistümer regiert wurden.
Teilweise hatte schon der Nachbarort einen anderen Grafen mit seinem eigenen, kleinen Herrschaftsgebiet. Dazu waren die Gebiete noch in katholische und protestantische Gegenden geteilt. Diese Zersplitterung machte es den deutschen Mittelmächten und Nachbarn Frankens am Anfang des 19. Jahrhunderts leicht, sich Stücke der Region einzuverleiben. So erhielt Bayern, das vorher weder historisch noch politisch mit Franken verbunden gewesen war, den Löwenanteil der Region, beispielsweise das Gebiet des Fürstbistums Würzburg im Tausch gegen das Großherzogtum Toskana.

Nur während der Nazi-Diktatur erhielten Teile Frankens mit den Gauen Mainfranken und Franken die administrative Eigenständigkeit. Oberfranken bildete dagegen mit Teilen Niederbayerns und der Oberpfalz die Bayerische Ostmark.

In den 80er Jahren wurde von vielen Bewohnern Frankens eine Loslösung von Bayern als eigenes Bundesland gefordert, die sich unter anderem in der Organisation "Fränkischer Bundschuh" bzw. heute "Fränkischer Bund" und freien Interessensgemeinschaften organisierten.

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